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Die Aktivitäten der BOS Foundation im Jahr 2011

Das Jahr geht zur Neige und wir blicken auf harte, teils erfolgreiche, teils erschütternde Monate zurück. Vielen hier fehlt die Vorstellung davon, was 10.800 Kilometer ostwärts tagtäglich geleistet wird. Wir möchten Ihnen einen Einblick in die Arbeit Vorort, also in Bogor, Nyaru Menteng und Samboja Lestari geben.

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Seit 20 Jahren im Kampf gegen Windmühlen

Mitarbeiter_innen Samboja Lestari

Bereits seit 20 Jahren kämpft die Borneo Orangutan Survival

Foundation für den Schutz der stark bedrohten Orang-Utans und ihres Lebensraumes, dem Regenwald in Indonesien.

 

Heute leitet die BOS Foundation das größte Primatenschutz-projekt weltweit und ist derzeit verantwortlich für rund 850 Orang-Utans und 48 Malaienbären. Die indonesische Stiftung BOS wird von internationalen Spendern und Partner-organisationen unterstützt.


In den beiden BOS-Stationen Nyaru Menteng und Samboja Lestari auf Borneo werden vertriebene bzw. verletzte Orang-Utans aufgenommen, gepflegt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. BOS widmet sich auch dem Schutz von Regenwaldgebieten, der Aufklärung der lokalen Bevölkerung sowie der Schaffung von alternativen Einkommensquellen.


Bei der BOS Foundation arbeiten momentan 394 indonesische Mitarbeiter: 19 in der Geschäftsstelle in Bogor/West Java, 200 Tierpfleger_innen und Tierärzt_innen in Nyaru Menteng, 114 in Samboja Lestari (74 Tierpfleger_innen, 40 Landarbeiter_innen),

61 Mitarbeiter_innen im Mawas-Projekt.   

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Der Spielplatz der Station

Reha-Station Nyaru Menteng in Zentralkalimantan:

In Nyaru Menteng leben 17 wilde Orang-Utans, die nach Quarantäne und ggf. medizinischer Versorgung in geeignete Waldgebiete umgesiedelt werden. Die nächsten Umsiedlungen finden bereits Ende Januar 2012 statt.

 

Insgesamt 620 Orang-Utans befinden sich in verschiedenen

Stufen des Rehabilitationsprogrammes und werden Schritt für Schritt auf ihre Auswilderung vorbereitet. Leider sind rund 300 der rothaarigen Menschenaffen in Sozialisierungskäfigen untergebracht, entweder weil sie aufgrund von Krankheiten von gesunden Tieren isoliert werden müssen oder weil sie schon zu groß sind, um noch die Waldschule zu besuchen.


145 kleine Orang-Utans sind in der „Babygruppe“ und weitere 38 in der „Waldschule“. Diese Tiere trainieren abwechselnd tagsüber im angrenzenden Wald alle Fähigkeiten, die sie

später für ein selbständiges Leben in Freiheit benötigen.


In der Nähe der Station Nyaru Menteng bzw. der Provinzhauptstadt Palangkaraya leben auf fünf Flussinseln insgesamt 118 Orang-Utans. Diese Tiere leben artgerecht im Regenwald, müssen aber zugefüttert

werden.

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Reha-Station Samboja Lestari in Ostkalimantan:

 

Samboja Lestari

In der Station Samboja Lestari sind insgesamt 230 Orang-Utans untergebracht. Auch hier müssen leider 172 der Menschenaffen bis zu ihrer Auswilderung in Käfigen gehalten werden. In der Waldschule von Samboja Lestari trainieren tagsüber 32 Orang-Utans das Klettern, Nester bauen und „Pflanzenkunde“. Einige von Wassergräben umgebene Inseln bieten zudem 24 kranken und behinderten Tieren einen dauerhaften Platz zum Leben.


Insgesamt 97 Orang-Utans sind zu krank oder zu beeinträchtigt für die Auswilderung. Daher müssen Gehege gebaut und unterhalten werden, die ihnen ein würdiges Leben ermöglichen. Auch die 48 Malaienbären können nicht mehr in die Wildnis entlassen werden, weil sie viel zu sehr an den Menschen gewöhnt sind. Die meisten erfreuen sich großzügiger Freigehege.

 

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Die Projektaktivitäten der BOS Foundation sind sehr vielfältig und umfassen aktuell folgende Schwerpunkte:

 

Pflege der Tiere  

Medizinische Versorgung steht auf der Tagesordnung und ist unerlässlich.

Die Pflege und medizinische Versorgung der Orang-Utans und Malaienbären in den beiden BOS-Stationen ist sehr zeitaufwändig und kostenintensiv.


Allein in der BOS-Station Nyaru Menteng werden für 620 Orang-Utans täglich rund 3 Tonnen Obst und Gemüse gekauft und zubereitet! Ein Orang-Utan isst an einem Tag rund 5 Kilo Obst, Gemüse und zusätzlich Tofu und Tempeh als Proteinquelle. Für die Ernährung der 620 Orang-Utans werden allein in Nyaru Menteng monatlich über 23.000 Euro benötigt!


Die tiermedizinische Versorgung umfasst neben der Behandlung kranker Tiere (u.a. Durchfall, Malaria, Parasitenbefall) auch dringende Notoperationen von Orang-Utans, die schwer verletzten in der Station ankommen, z.B. Himba oder Cheetah.


Die intelligenten und spielfreudigen Tiere benötigen auch Beschäftigungsmöglichkeiten (sog. Enrichment).  So wurde z.B. für junge Malaienbären in Samboja Lestari eine Badestelle gebaut. Desweiteren müssen die Sozialisierungskäfige, die Orang-Utan-Inseln und Malaienbären-Gehege instandgehalten werden.

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Vorbereitung der Auswilderungen
Um Orang-Utans erfolgreich in den Regenwald auszuwildern, sind umfangreiche Vorbereitungen nötig. Dazu gehören u.a. die Erstellung von wissenschaftlichen Studien zur Eignung von Auswilderungsgebieten, das umfassende Training und Verhaltens-beobachtungen von Orang-Utans in der Waldschule, die ausgewildert werden sollen.

 

Aber auch die meist sehr langwierigen Verhandlungen über geeignete Auswilderungsgebiete mit Provinzregierungen z.B. Murung Raya sind Aufgabe der BOS Foundation.

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indonesische Schüler_innen

Kommunikation und Umweltbildung

In der Station Nyaru Menteng besuchen durchschnittlich 940 Menschen monatlich– vor allem indonesische Schulklassen das BOS-Informationszentrum und werden über die Arbeit vor Ort aufgeklärt. Die Aufklärung und Beteiligung an den Projekten soll die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung in Bezug auf Orang-Utan-Schutzmaßnahmen erhöhen.


Aber auch das Erstellen von Fotos und Geschichten für das internationale Adoptions- und Patenschaftsprogramm  gehört zu den Aufgaben des BOS-Kommunikationsteams.

 

Allein bei BOS Deutschland haben rund 2500 Unterstützer_innen eine Adoption oder Patenschaft für einen Orang-Utan übernommen. Diese bekommen halbjährlich Informationen mit aktuellen Fotos von Ihrem Patentier.

 

 

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Mitarbeiter beim Baumpflanzen

Landrehabilitation in Samboja Lestari
Die Baumpflanzarbeiten in Samboja Lestari sind im Wesentlichen abgeschlossen. Heute konzentriert sich die Arbeit der BOS Foundation in Samboja Lestari auf den Erhalt des Gebietes und die Pflege der Tiere. Dazu gehört u.a. das Bereitstellen von Setzlingen und Pflanzungen in Gebieten, die bereits von Orang-Utans genutzt worden sind z.B. Teile der Waldschule, Orang-Utan-Inseln.

 

Auch Feuerbekämpfungsmaßnahmen sind weiterhin notwendig. In der BOS-eigenen Kompostproduktion  werden alle pflanzlichen Abfälle und der Tierkot aus der Station verwertet – durchschnittlich werden 5 Säcke Kompost pro Monat produziert.

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Aktivitäten im Mawas-Projektgebiet

Camp Tuanan

Im Mawas-Projektgebiet lebt eine der letzten wilden Orang-Utan-Populationen mit ca. 3.000 Tieren. Von Juli bis September 2011 stellte BOS zur Überwachung des Gebietes im South Barito Areal 24 Routinepatrouillen zur Verfügung. In diesem Zeitraum konnten keine illegalen Aktivitäten festgestellt werden.

Im KFCP-Projekt (Kalimantan Forest Carbon Partnership) arbeiten Australien und Indonesien gemeinsam an der Entwicklung und Umsetzung von REDD-Aktivitäten (REDD = Reducing Emissions from Deforestation and Degradation / Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung) in Zentral-Kalimantan. BOS setzt im Rahmen des KFCP-Managements zahlreiche Maßnahmen zum Schutz des Mawas-Gebietes  z.B. Feuerschutz oder ländliche Entwicklung um.

 

Inmitten von Mawas liegt das BOS-Forschungszentrum Camp Tuanan, in dem indonesische und internationale Wissenschaftler Forschungsarbeiten an wild lebenden Orang-Utans durchführen. Der Schwerpunkt der Forschung liegt derzeit auf folgenden Themen: Ernährung von wildlebenden

Orang-Utans, Parasiten und ihre Effekte auf die Gesundheit

von Orang-Utans, Hormone und genetische Studien.

Wilder Orang-Utan

 

Betreut werden die Forschungsarbeiten u.a. von Prof. Dr. Carel van Schaik, einem renommierter Orang-Utan-Wissenschaftler. Die Verhaltensbeobachtungen der wildlebenden Orang-Utans bieten eine wichtige Grundlage für die Planung und Umsetzung von Auswilderungen der Tiere aus den BOS-Stationen.


Mit sehr großen Erwartungen sehen wir dem Jahr 2012 entgegen, denn endlich können Orang-Utans in geeignete Regenwaldgebiete, zum Beispiel nach Kehje Sewen ausgewildert werden. Für dieses Ziel benötigt BOS besonders dringend Ihre Unterstützung!

 

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BOS Deutschland bedankt sich ganz herzlichen bei allen Spender_innen für Ihre Unterstützung und bei allen Mitarbeiter_innen der BOS Foundation für Ihren Einsatz.

 

Wir wünschen allen ein gesundes Jahr 2012!

Quelle: BOS Foundation